Deutschland, Braunschweig 

Miro Datensysteme

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Entwurf Meinhard von Gerkan
Projektleitung Ulrich Hassels, Joachim Zais
Mitarbeiter Walther Gebhardt, Uwe Kittel, Hermann Timpe
Statik Harden + Partner
Bauherr Miro Datensysteme GmbH
Bauzeit 1990–1991
BGF 9.500 m²

 

Fotografen:

Heiner Leiska

www.leiska.de

Miro befasst sich mit der Entwicklung, dem Vertrieb und dem Service für die Computerindustrie. Das Gebäude steht im Gewerbegebiet direkt an der Autobahn. In diesen Quartieren dominieren vorfabrizierte Hallen mit Bürohausfragmenten. In den letzten Jahren gesellen sich ambitionierte architektonische Akrobatenstücke hinzu, die durch dramatische Symbolik und postmoderne bzw. dekonstruktivistische Aperçus werbewirksam dem neu entdecken Corporate Identity Ausdruck geben wollen.

Eine funktional richtig organisierte, für zukünftige Veränderungen offene und in Materialauswahl und Detailgestaltung angemessene Lösung zu suchen, scheint den meisten fern zu liegen. Eben dies war das Leitbild für den Miro-Bau. Um eine zentrale Halle, die zugleich als Empfangs-, Ausstellungs-, Schulungs- und gelegentlicher Raum zum Feiern dient, lagern sich Denkzellen, in denen neue Computerbausteine entwickelt, Produkte vermarktet und das Geschäft kaufmännisch organisiert wird. Die Räume sind zur gemeinsamen Mitte hin – nur durch Glaswände getrennt – offen. Dies entspricht dem Charakter des Unternehmens und dem Arbeitsstil der im Durchschnitt jungen Mitarbeiter. Gleichzeitig verleiht die Gebäudekonzeption dem Zusammenführen von Produktionsstätte und Dienstleistung unter einem Dach architektonischen Ausdruck.

Im rückwärtigen Gebäudeteil ist die zweigeschossige Werkhalle gelegen mit direkter Laderampe für An- und Ablieferung. Im Obergeschoss flankieren die Bürodenkzellen diesen Produktionsraum; die Flure sind als offene Galerien angeordnet. Typologisch stellt der Bau eine dreischiffige Halle dar, dessen Mittelschiff von einer Tonnenschale abgeschlossen wird, die zugleich vorgezogen die Empfangszone überdacht und als Empfangsgeste den Charakter des Hauses anzeigt. Die Materialien – Sichtbeton, Wellblech, unverkleidete Stahlkonstruktion – entsprechen bewusst dem technischen Gestus der Nutzung. Die teilweise sichtbar geführte Installation erlaubt es, ohne gestalterischen Bruch Nachrüstungen vorzunehmen. Das selbstbewusste unternehmerische Bekenntnis der beiden Bauherren haben die Architekten mit einem inneren Schmunzeln architektonisch umgesetzt. Ihre Arbeitsräume schweben als zylindrische Kanzel, mittig halbiert, über dem Hauptzugang und der Halle. Die Rundverglasung gewährt den totalen Überblick – innen wie ußen.