China, Shanghai-Pudong 

Museum und Archiv für Stadtentwicklung von Shanghai-Pudong

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Wettbewerb 2002 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Nikolaus Goetze
Projektleitung Dirk Heller, Karen Schroeder
Projektteam Christoph Berle, Georg Traun, Friedhelm Chlosta, Kai Siebke, Meike Schmidt, Wei Wu, Wencke Eissing, Holger Wermers, Birgit Föllmer, Hinrich Müller, Udo Meyer, Thomas Eberhardt
Chinesisches Partnerbüro SIADR, Shanghai Institute of Architectural Design & Research Co., Ltd.
Bauherr City of Shanghai, New District Pudong
Bauzeit 2003–2005
BGF 41.000 m²
BRI 250.000 m³

 

Fotografen:

Christian Gahl

www.christiangahl.com

Das Museum Shanghai-Pudong zählt zu den wichtigsten städtischen Projekten des neuen Distrikts. Gegenüber der historisch gewachsenen Kernstadt von Shanghai entsteht derzeit auf der anderen Flussseite ein neues "Manhattan": der Stadtteil Shanghai–Pudong mit dem zur Zeit höchsten Büro- und Hotelgebäude Chinas.

Das neue Museum Shanghai-Pudong soll die Geschichte dieses Stadtbezirks und seine Entwicklung umfassend dokumentieren und archivieren. Gleichzeitig sollen moderne, multifunktionale und offene Ausstellungsflächen entstehen, die die Öffentlichkeit mit einer ständigen Ausstellung und mit Sonderausstellungen zu ausgewählten Themen über die Stadtgeschichte und Stadtentwicklung informieren.

Der Sockel, als eines der wichtigsten architektonischen Elemente des Museums, hebt das Hauptgebäude mit den Ausstellungshallen vom Niveau der umgebenden Straßen ab und unterstreicht die zentrale Bedeutung des Komplexes. Einfachheit und Reduktion der Materialien bestimmen den klaren Kubus, der auf einem quadratischen Grundriss basiert.

Die Gebäudekomposition setzt sich aus drei Elementen zusammen: dem quadratischen Hauptgebäude mit zentralen Funktionen, einem deutlich breiteren, 4 m hohen Sockel mit umlaufenden Treppen, der die Archive beherbergt und einem Gebäuderiegel an der östlichen Seite mit Räumen für die Verwaltung.

Die Fassade des oberen, geschlossenen Teils des Hauptgebäudes dient nicht nur als Wetterschutz sondern auch als Kommunikationsfläche. Sie setzt sich aus zwei parallelen Fassadenebenen zusammen, wobei die äußere aus Glas besteht und die innere Fassade aus raumhohen, geschlossenen Wandpaneelen. Diese Elemente sind entlang ihrer Längsachse drehbar und können – entsprechend den jeweiligen Anforderungen des Ausstellungskonzeptes – geschlossen oder geöffnet werden, sodass Sichtbeziehungen von innen nach außen und umgekehrt entstehen. Die äußere Fassade fungiert als Medium zwischen Museum und Öffentlichkeit: Die transparente Glashaut wird mit aufgerasterten Bildern aus dem Bestand des Archivs bedruckt, die aus der Entfernung gesehen wiederum ein Großbild ergeben. An exponierten Stellen sollen auf semi-transparentem Glas mittels im Fassadenzwischenraum angeordneter Projektoren Bilder, Filme oder Text projiziert werden.