Deutschland, Lübeck 

Musik- und Kongresshalle

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Wettbewerb 1990 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan
Projektleitung Thomas Rinne, Wolfgang Haux
Mitarbeiter Volkmar Sievers, Christian Weinmann, Daniela Kruth, Martina Klostermann, Bettina Groß, Christian Kreusler, Karl-Heinz Behrendt, Peter Kropp, Claudia Papanikolaou, Henning Wulf
Bauleitung Ing. Büro Vlcek
Haustechnik Heinze, Stockfisch, Grabis + Partner
Statik Assmann Ingenieure
Akustik Müller BBM, München
Kunst am Bau Peter Turpin
Bauherr Hansestadt Lübeck, Hochbauamt
Bauzeit 1992–1994
BGF 18.400 m²
BRI 112.600 m³

 

Fotografen:

Gerhard Aumer

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

Die Dualität von Öffentlichkeit und Festlichkeit ist der Parameter des Entwurfs. Der 120 Meter lange, 55 Meter breite und 19 Meter hohe Bau passt sich bewusst nicht in die Kleinmaßstäblichkeit der Altstadt Lübecks ein. Er legt vielmehr semantisch, maßstäblich und ästhetisch ein Bekenntnis zur heutigen Zeit ab.

Die Orientierung des Gebäudes und seine öffentliche Funktion sind jedoch in das städtische Gefüge einbezogen. Der nördliche Gebäudekopf mit dem eingestellten Zylinder des Mehrzweckfoyers ist wie eine große Arkade ausgebildet und schiebt sich bewusst in die querverlaufende Fußwegverbindung. Anstelle eines vorgelagerten, architektonisch gefassten Platzes ist das Gebäude selbst mit seiner Arkatur einschließlich der seitlich eingelagerten Freitreppen und Umgänge als ein öffentliches Gebäude disponiert ,und das aus den geometrischen Elementen von Kreis und Quadrat entwickelte Mehrzweckfoyer ist als ein öffentlich zugänglicher Raum ausgebildet. Die zylindrische Glashalle hat bei einer Höhe von 10 Metern eine Gesamtfläche von circa 1.400 m².

Die Materialien sind einfach gewählt: Der polare Gegensatz von weiß eingebranntem Aluminium und sichtbarer Verschraubung betont den technischen Habitus und bezieht die Schiffsmetapher analogisch mit ein. Eine mittige Symmetrieachse strukturiert das Gebäude, entsprechend ist auch der Konzertsaal ein klarer, rechteckiger Raum mit allseitig umgreifenden Erschließungswegen. Die Verteilung der Zuschauerplätze auf Parkett, Bühnenrang, Regierung und zweigeschossige, sich gegenüberliegende Seitenränge erlaubt es, durch "Wegschalten" von Teilbereichen eine variable Saalkapazität zwischen 1.000 und 2.000 Plätzen zu gewinnen.

Die Saalwände haben eine den hohen raumakustischen und gestalterischen Anforderungen entsprechende Holzvertäfelung. Bereichsweise Neigung der Deckenelemente, Krümmungsradius der Stahlkonstruktion sowie Schallreflektoren im Szenenbereich sind Elemente der Raumakustik.