Deutschland, Leipzig 

Neue Messe Leipzig

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Internationaler Wettbewerb 1992 – 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff
Projektleitung Kemal Akay
Mitarbeiter Planung Yasmin Balbach, Wolfgang Balbach, Fernanda Barbato, Marco Bartusch, Myrna Bergfeld, Björn Bergfeld, Susanne Bern, Heike Breuler, Verena v. d. Brincken, Hubertus v. Dallwitz, Mirjam Danke, Clemens Dost, Wieland Freudiger, Uwe Friedrich, Bernd Gossmann, Artistide Hamann, Christina Harenberg, Christina Hasskamp, Hubert Hirsch, Christian Hoffmann, Angelika Juppien, Dirk Kahlig, Monika Kaesler, Petra Kauschus, Gabriele Köhn, Jochen Köhn, Ursula Köper, Franz Lensing, Annette Löber, Fulvio Melle, Elisabeth Menne, Michael Pohl, Henning Rambow, Dieter Rösinger, Birgit Roth, Monika Scharrer, Almut Schlüter, Gisbert v. Stülpnagel, Robert Stüer, Beate Sturm, Ulrich Weigel, Reinold Weiten, Armin Wittershagen
Landschaftsarchitekten Wehberg, Eppinger, Schmidtke, Hamburg
Technische Ausrüstung HL-Technik, München
Tragwerksplanung Polonyi und Partner, Köln; schlaich bergermann und partner, Stuttgart
Fachberatung Stahl-Glas-Struktur Ian Ritchie Architects, London
Bauherr Leipziger Messegesellschaft mbH
Bauzeit 1993–1995
BGF 273.000 m²
BRI 2.608.255 m³

 

Fotografen:

Bertram Kober

www.bertramkober.de

Busam/Richter

Hans-Christian Schink

www.hc-schink.de

Jochen Helle

Der Neubau der traditionsreichen Leipziger Messe im Norden der Stadt stellt die größte Einzelbaumaßnahme im Rahmen des "Aufbaus Ost" dar. Das bisherige Plus der Leipziger Warenschauen war die Lage der Messe innerhalb der Stadt. Diese wurde aufgegeben zu Gunsten des neuen Standortes in der Nähe von Flughafen und Autobahnanschluss. Dort wurde ein neuer, künstlicher Ort geschaffen, ein "Gesamtkunstwerk" aus Stadt- und Landschaftsplanung, Architektur und Ingenieurbaukunst, in einer Umgebung, die durch gestalterischen Wildwuchs gekennzeichnet ist.

Dabei ist das Grundkonzept der Anlage denkbar einfach: Der Besucher gelangt vom öffentlichen Nahverkehr auf der einen oder den Parkplätzen auf der anderen Seite in ein zentrales, 2 km langes Tal, das ein Geschoss tiefer liegt als die Ausstellungshallen mit der Lkw-Anlieferung auf ihrer Rückseite. Damit ist der Verkehr der unterschiedlichen Benutzergruppen kreuzungsfrei entzerrt.

Das Tal ist als großer, zusammenhängender Landschaftspark mit unterschiedlichen Charakteristiken ausgebildet. Auf jeder der beiden Zugangsseiten liegen Eingangshallen, von denen man zu den Ausstellungshallen gelangt, die an der Böschungskante linear aufgereiht sind. Sie sind je einzeln zu benutzen, außerdem in kleinere Einheiten unterteilbar, so dass auch kleinere Veranstaltungen parallel laufen können. Die größte, die Hochhalle, ist nicht unterteilbar und wird als Mehrzweckhalle genutzt. Durch riesige, mittelalterlichen Burgtoren nachempfundene Hubtore wird die 150 x 150 m große Fläche erschlossen. In der Mitte ist eine Fläche von 75 x 75 m stützenfrei in 20 m Höhe überdeckt. Den Ausstellungshallen vorgelagert liegen die zweigeschossigen Foyers.

Das Gegenstück zur Hochhalle für Rockkonzerte und Tennisturniere bildet das Tagungs- und Kongresszentrum mit einem eigenen Zugang. Eine großzügige Treppenanlage verbindet die Foyers vor den Sälen. Die Reihen von Kolonnaden - im gesamten Messegelände mit einheitlichem Stützenquerschnitt - geben dem Bau die Würde, die dem Kongresszentrum entspricht.

Zusammen mit dem filigranen Turm, bei dem die Querkräfte mit Hilfe von Stahlseilen abgeleitet werden, bildet die Eingangshalle West mit ihren 80 m Spannweite und 240 m Länge das Wahrzeichen der neuen Messe. Sie wird von großen Fachwerkbögen überspannt, von denen eine gläserne Hülle ohne eine einzige Dehnungsfuge abgehängt ist. Jede der 1,50 x 1,50 m oder 1,50 x 3,00  großen Glasscheiben ist an vier Punkten befestigt; sie ergeben zusammen eine riesige, von innen vollständig glatte, profillose Glastonne - ein neuer Kristallpalast am Ende des 20. Jahrhunderts.