Italien, Rimini 

Neue Messe Rimini

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Wettbewerb 1997 – 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg
Projektleitung Stephanie Joebsch
Mitarbeiter Yasemin Erkan, Hauke Huusmann, Thomas Dammann, Wolfgang Schmidt, Regine Glaser, Helene van gen Hassend, Mariachiara Breda, Susanne Bern, Carsten Plog, Marco Vivori, Eduard Mijic, Arne Starke, Dieter Rösinger, Olaf Bey, Uschi Köper, Beate Kling, Elisabeth Menne, Dagmar Weber, Ina Hartig
Kontaktarchitekt Clemens Kusch, Venedig
Tragwerksplanung Favero & Milan, Venedig (Beratung: schlaich bergermann und partner, Stuttgart)
Haustechnik Studio T.I., Rimini (Beratung: Uli Behr, München)
Beratung Lichtplanung Conceptlicht, Helmut Angerer, Traunreut
Landschaftsplanung Studio Land, Mailand
Leittechnik atelier Mac Kneißl, München
Bauherr Ente Autonomo Fiera di Rimini
Bauzeit 1999–2001
BGF 130.134 m²

 

Fotografen:

Focchi

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

In der Emilia Romagna, im Norden der Stadt Rimini, die im Jahre 268 v. Chr. gegründet wurde, ist gerade eine neue Messeanlage mit 12 Ausstellungshallen, Kongress- und Konferenzräumen, Aktionsbereichen, diversen Gastronomien, Geschäften, Verwaltungsgebäuden und den dazugehörigen Neben- und Lagerzonen entstanden. Insgesamt stehen der Messe ca. 80.000 m² Ausstellungsflächen und 50.000 m² Serviceflächen zur Verfügung. 

Die Verkehrsanbindung sowie das sehr lange und schmale Grundstück prägten die organisatorische Konzeption mit der linearen und symmetrischen Erschließung von Ost nach West und die über den Haupteingang im Süden erschlossenen zentralen Bereiche.

Der Ausstellungsbetrieb wird für Aussteller und Besucher einfach und übersichtlich auf nur einer Ebene abgewickelt. Für die flexible Organisation unterschiedlicher Veranstaltungen wurde ein modulares Hallensystem entwickelt, dessen Einzelmodule nach der kleinsten Veranstaltung bemessen sind und zu größeren kombiniert werden können. Die Hallen sind stützenfrei und überspannen jeweils eine Fläche von ca. 6000 m².

Vorbild für die Hallen sind die von Friedrich Zollinger entwickelten und schon in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gebauten hölzernen netzartigen Kuppeldächer. Neue Techniken im konstruktiven Holzbau machen heute ein vielfaches der damals möglichen Spannweiten baubar. Für die Rotunde stand Pier Luigi Nervi mit seiner filigranen Rautenkonstruktion im Palazzo dello Sport in Rom Pate. Der Kuppelbau hat einen Durchmesser von 30 m, die Scheitelhöhe beträgt 22 m.

Die architektonische Konzeption orientiert sich an der großen Tradition der Emilia Romagna, die die europäische Baugeschichte durch die Antike und die Renaissance geprägt hat. Das Gesamtensemble ist in klassischer Weise axial und perspektivisch gruppiert. Die einzelnen Bauteile mit ihren klaren Geometrien sprechen gleichwohl auf moderne Weise die klassische Formensprache:

  • der weite Vorplatz mit der Säulenhalle als Eingang und den weithin 
    sichtbaren Türmen, dem Tetrapylon
  • die Messestraße mit beidseitigen, offenen Kolonnaden
  • die Ausstellungshallen mit ihren Tonnengewölben
  • die Kuppelkonstruktion der Rotunde
  • die zentrale Säulenhalle
  • die überdachten Brunnenhöfe 

Die Stofflichkeit der Neuen Messe reflektiert zum Teil ebenfalls die architektonische Tradition der Region, wobei die Materialien und Konstruktionen den modernen technologischen Errungenschaften unserer Zeit entsprechen. Säulen, Pfeiler, Wände und Balken sind steinern, d.h. aus Beton, bzw. Betonfertigteilen und Fertig- Elementen.

Die Dachgewölbe und Kolonnadendecken sind hölzern, d.h. für die Hallen aus weitspannenden Flächentragwerken als Holzschalenkonstruktionen. Die Böden aus industriell hergestellter Steinzeugkeramik werden in klassischen Ornamenten verlegt.

Große, filigran gestaltete Fassaden aus Stahl und Glas erzeugen Licht und Transparenz.