Deutschland, Gelsenkirchen 

Neues Hans-Sachs-Haus

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Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Rüdiger von Helmolt und Carsten Borucki
Assoziierter Partner
Christian Hoffmann
Projektleitung
Jutta Hartmann-Pohl
Mitarbeiter Ausführung
Gesche Arns-Büsker, Stefan Greuel, Michael Haase, Verena Hake, Vera Hendrix, Rouja König, Evelyn Martens, Angela Modemann, Franz Lensing, Olaf Peters, Simone Schröder-Ripp, Tom Siehoff, Philipp Weber
Mitarbeiter Bauleitung
Frank Haake, Dirk Buchhalla, Jörg Schlieckmann, Jörg Deist, Knut Nell, Peter Autzen, Nicole Bäumer, Dominik Zimmer, Dennis Schrowang, Sandra Koopmann
Planungsgemeinschaft mit
Winter Ing.
Freiraumplanung
Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten
Lichtplanung
Conceptlicht
Bauherr
Stadt Gelsenkirchen, Zentrales Immobilienmanagement
BGF
23.170 m²
Bauzeit
2010-2013

 

Fotografen:

Hans-Georg Esch

www.hgesch.de

Die Bauaufgabe für das neue Hans-Sachs-Haus sah vor, das bestehende Rathaus im Zentrum der Stadt abzureißen und unter Beibehaltung der denkmalgeschützten Backsteinfassade aus den 1920er Jahren ein neues Rathaus mit öffentlichem Bürgerforum zu bauen.

Der nun fertiggestellte Umbau des Baudenkmals des Essener Architekten Alfred Fischer ist eine Referenz an den Geist des gesellschaftlichen Aufbruches in der Weimarer Republik. Der in seiner äußeren Erscheinung erhaltene moderne Backsteinbau steht für eine kulturelle Epoche, die sich in ihren sozialen und demokratischen Visionen künstlerisch auch in der Architektur offenbart hat. Die ursprüngliche Idee des öffentlichen Bürgerhauses mit dem zentralen Veranstaltungssaal als Bürgerforum wurde mit Respekt vor der Vergangenheit im Innern neu interpretiert. Durch den Abriss des in den 1950er Jahren errichteten Ergänzungsbaus und dessen Rückbau an der Dreikronenstraße entstand ein dem Hans-Sachs-Haus als Rathaus zugeordneter „Bürgerplatz“, der Alfred-Fischer-Platz. Der Hotelturm wurde wieder freigestellt und so zum städtebaulichen Zeichen.

Der Alfred-Fischer-Platz wird im Erdgeschoss des neuen Hans-Sachs-Hauses als Bürgerforum fortgesetzt. Dort empfängt den Besucher das lichtdurchflutete und in alle Richtungen transparente Atrium. Das multifunktionale Bürgerforum wendet sich großzügig dem besonnten Platz zu, sodass bei Festveranstaltungen bei gutem Wetter Türen der Westfassade geöffnet werden können. Veranstaltungen und Konzerte können Innen wie Außen stattfinden. Durch diesen fließenden Übergang von Innen- und Außenbereich wird besonders der Eindruck eines „offenen Hauses“ für den Bürger gestärkt.

Das Bürgerforum und der Ratssaal, die Sitzungssäle und die Räumlichkeiten des Oberbürgermeisters werden durch die beibehaltene historische Fassade mit einer zweibündigen Raumschicht aus Büros und dienenden Funktionen gefasst. Der Bereich des Bürgerforums, der durch den Ratssaal überdeckt wird, kann durch mobile Trennwände zu einem abgeschlossenen Veranstaltungsbereich abgeteilt werden. Alle Bereiche mit großem Publikumsverkehr liegen im Erdgeschoss am Bürgerforum. Beratungsbereiche und ein Café liegen einladend an der großzügigen, historischen „Schaufensterfassade“, die in ihrer ursprünglichen Gestaltung wieder hergestellt wurde.

Die innere Atmosphäre wird hauptsächlich durch das Zusammenspiel der räumlichen Struktur mit Farbe, Struktur und Haptik der verwendeten Materialien bestimmt. Konstruktive Elemente wie Stützen und Geschossdecken sind aus hellweißem Putz. Die Saalkörper und der Bereich des Oberbürgermeisters haben eine Holzverkleidung.

Der Fußboden im Bürgerforum ist ein dunkler Steinbelag, der sich draußen auf dem Alfred-Fischer-Platz fortsetzt. Die inneren Bürofassaden zum Atrium sind transparente Glasfassaden. Die Bürobereiche erwecken so eine offene Atmosphäre. Die gestalterisch hervorgehobenen Geschossdecken des Atriums betonen die Horizontalität und zitieren das Gestaltungsprinzip der historischen Fassade.

Die westliche Gebäudeecke an der Munckelstraße wurde analog zu den Ecken an der Ebertstraße abgerundet. Die horizontalen, akzentuierten Gesimsbänder der historischen Fassade wurden um die Ecke auf der Stirnwand zum Alfred-Fischer-Platz weitergeführt und entwickeln sich im Bereich der Foyers zu schattenspendenden, plastischen Sonnenlamellen. Die südliche Hotelturmfassade wurde rekonstruiert, womit der Turm sein ursprüngliches Erscheinungsbild erhielt.

Pressestimmen:

Hülle und Inhalt, Hans-Sachs-Haus.
Bauwelt 37.13