Deutschland, Berlin 

Olympiastadion Berlin, Umbau, Sanierung und Überdachung

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Wettbewerb 1998 – 1. Preis

Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff

Mitarbeiter Entwurf Annette Menting, Nicolas Pomränke, Andreas Wosnik

Leitung Planungsgemeinschaft Kemal Akay, Uwe Grahl

Gesamtprojektleitung Jochen Köhn, Annette Menting (bis Juni 2000)

Projektleitung Dach Martin Glass, Ivanka Perkovic

Mitarbeiter Dach Katja Bernert, Dagmar Weber, Ralf Sieber

Projektleitung Innenausbau, Sanierungsplanung Alexander Buchhofer

Mitarbeiter Innenausbau, Sanierungsplanung Silvia Schneider, Anja Hassler, Elke Hoffmeister, Sven Schmedes, Igor Markov, Radoslaw Pilarski, Beate Kling, Holger Betz, Elisabeth Menne, Birgit Ricke, Stephanie Hübsch

Statik Krebs und Kiefer, Darmstadt/Berlin (Tragwerksplanung, Betonsanierung) schlaich bergermann und partner, Stuttgart (Membrankonstruktion und Gussknoten)

Prüfingenieur Prof. Dr.-Ing. M. Specht, Berlin

Windgutachten Wacker-Ingenieure, Karlsruhe und Institut für Industrieaerodynamik, Aachen

Gutachten für Sonderstähle RWTH Aachen, Lehrstuhl für Stahlbau und Ingenieurbüro für Werkstofftechnik, Aachen

Haustechnik Schmidt Reuter Partner, Hamburg

Medien- und Nachrichtentechnik Ingenieurbüro Heimann, Berlin

Lichtplanung Conceptlicht Angerer, Traunreut, Edgar Schlaefle

Akustik Akustik Design Ahnert, Berlin

Bauherr Land Berlin, vertr. durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr

Konzessionär und Generalübernehmer Walter Bau-AG vereinigt mit DYWIDAG

Planungszeit 1998–2000

Bauzeit 2000–2004

Sitzplätze ca. 76.000

 

Fotografen:

Fritz Busam

Heiner Leiska

www.leiska.de

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

 

Weiterführende Links:

Kapelle im Olympiastadion Berlin

Bei dem Olympiastadion Berlin, dem zentralen Bestandteil des historischen Sportkomplexes der Olympiade 1936, wird der Zielkonflikt zwischen den entgegengesetzten Erfordernissen von Denkmalschutz und behutsamer Modernisierung einerseits, sowie zwischen den heutigen Anforderungen einer multifunktionalen Nutzung und einer reinen Fußball-Arena andererseits, durch den Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner in eine Synthese verwandelt.

Dabei wird das Stadion in seinem räumlichen Kontext mit dem Gesamtgelände als einheitlich gestalteter Kanon mit den weiteren Sportstätten betrachtet. Das von Werner March 1936 als Gesamtkunstwerk gestaltete Gelände bleibt als städtebauliches Denkmal erhalten, wobei das neue Konzept die Qualitäten des Altbaus unterstützt, indem es sich dem Altbau unterordnet. Alle notwendigen Neubauten werden unterirdisch außerhalb des Stadions untergebracht, so dass die optische Erscheinung unbeeinflusst und die Anmutung des Stadions erhalten bleibt.

 

 

Der Umbau und die Sanierung umfassen u.a. folgende Teilbereiche:

  • Schadensuntersuchung und Sanierung des Oberringes
  • Umbau des vorhandenen Oberrings und Neubau des Unterringes
  • Absenkung des Spielfeldes um 2,65 m
  • Neubau der Tribünenüberdachung
  • Modernisierung aller technischen und sportfunktionalen Bereiche
  • Bau von VIP-Logen und VIP Gastronomiezonen 
  • Neubau der äußeren unterirdischen Funktions- und Erschließungsbauwerke, bestehend u.a. aus zweigeschossigen Tiefgaragen mit ca. 630 Stellplätzen, Lkw- und Busstellflächen, Zufahrtstunneln, Technikzentralen, Versorgungseinrichtungen, einer Aufwärmhalle mit 100m-Laufbahn sowie den VIP- Zugangsbereichen zum Stadion.

Das neue Dach setzt sich durch seine ruhige Konstruktion und die Materialwahl der Oberflächen bewusst von der festen Tektonik des historischen Stadionbaus ab und wird nicht zum Ring geschlossen, sondern bleibt vor dem Marathontor offen, die städtebauliche Achse, die sich vom Olympischen Platz bis hin zum Glockenturm erstreckt, respektierend und betonend.

Das Dach ist als leichte Kragarmkonstruktion in Stahlbauweise mit einer Membran als oberer und unterer Dachhaut entworfen. Die Gesamtlänge der Stahlrohrfachwerkkonstruktion, die als Haupttragstruktur durch die transluzente Membran hindurch erkennbar bleibt, beträgt umlaufend ca. 68 m. Im Inneren ruht das Dach auf 20 Stahlstützen, die mit 25 cm Durchmesser extrem schlank ausgebildet sind um die Sichtbehinderung der Zuschauer zu minimieren.

Eine spezielle Lichtgestaltung integriert sowohl die Spielfeldbeleuchtung als auch die Stadionbeschallung im inneren Dachrand und ermöglicht dadurch den Verzicht auf die vorhandenen störenden Einzelanlagen wie Flutlichtmasten und Lautsprecherstelen. Das neue Stadiondach wird selbst zum Lichtobjekt mit einem hohen Wiedererkennungswert in den Medien.