Italien, Rimini 

Palacongressi di Rimini

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Entwurf Volkwin Marg
Partner Joachim Zais
Projektleitung Stephanie Joebsch
Mitarbeiter Matias Otto, Mike Berrier, Heiko Thiess, Dominik Reh, Malte Wolf, Dirk Tietgen, Radmilla Blagovcanin, Renata Dipper, Arne Starke, Hito Ueda, Nicole Loeffler, Carlo Mardersteig, Marco Vivori, Matthias Holtschmidt, Peter Radomski, Kai Beckmann, Monika Sallowsky, Vita Römer
Kontaktarchitekt cfk_architetti, Venedig, Clemens F. Kusch
Entwurfs- und Ausführungsplanung gmp Generalplanungsgesellschaft mbH, Hamburg
Örtliche Koordination und Bauaufsicht, Planung Leitsystem mijic architects, Rimini, Eduard Mijic, Emanuele Filanti, Lorenzo Pesaresi
Tragwerksplanung und Bauaufsicht Favero & Milan Ingegneria, Venedig
Haustechnik Studio T.I., Rimini
Lichttechnik conceptlicht, Traunreut
Elektroplanung Inteso Ingegneria, Rimini
Veranstaltungstechnik GCA, Unterhaching
Bauleitung Veranstaltungstechnik Inteso Ingegneria, Rimini
Akustik Müller BBM, Planegg
Landschaftsplanung Studio Land, Mailand
Grafik Leitsystem Leonardo Sonnoli, studio Tassinari/Vetta, Rimini
Bauherr Società del Palazzo dei Congressi, Rimini
BGF oberirdisch 30.700 m²
BGF unterirdisch 21.800 m²
Sitzplätze 9.000
PKW-Stellplätze Tiefgarage 500
Bauzeit 2007–2011

 

Fotografen:

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Der Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp), die bereits die Messe in Rimini realisierten, wurde 2010 fertig gestellt. Der Gesamtkomplex gliedert sich in vier Bereiche, die verschiedene große und kleine Säle auf zwei Ebenen beherbergen. Zur feierlichen Eröffnung wird neben dem Präsidenten der Region Emilia-Romagna, Vasco Errani, die Ministerin für Tourismus, Michela Vittoria Brambilla, erwartet.

Im Zentrum der Anlage befindet sich ebenerdig der größte Saal mit ca. 4.800 Quadratmetern. Dieser multifunktionale Saal mit einer Höhe von zwölf Metern und einem umlaufenden Funktionsring für Technik, Dolmetscher und Regie ist mit raumhohen Schiebetrennwänden ausgestattet und in verschiedenen Varianten teil- und nutzbar. Das Fassungsvermögen für 4.700 Gäste ist aufteilbar in eine vielfältige Kombination von kleineren Versammlungen und Ausstellungen. Über pyramidenförmige Glasoberlichter kann er auch natürlich belichtet werden.

Ein U-förmiges, gläsernes Foyer umschließt diesen Saal und verbindet alle Bereiche des Palacongressi miteinander. Dieser großzügige zwölf Meter hohe und durch gläserne Dächer lichtdurchflutete Bereich dient wie eine Straße zugleich der Erschließung der einzelnen Säle und als Pausenfoyer mit kongressbezogenen Ausstellungen.

Im nördlichen Bereich befinden sich im Erdgeschoss teilbare Säle für 600 und 300 Personen, die Hauptküche sowie ein eigenes Foyer. Im Obergeschoss sind ein Saal mit ansteigendem festen Gestühl für 300 Personen, sowie weitere Säle für 90 bis 120 Personen angeordnet.
Der südliche Bereich wird über einen glasgedeckten Innenhof, der ebenfalls für Ausstellungen genutzt werden kann, erschlossen. Ähnlich dem nördlichen Bereich sind auch hier ebenerdig mittelgroße Kongresssäle mit eigenem Foyer und im Obergeschoss 14 kleinere Konferenzräume für 40 bis 120 Personen sowie Besprechungsräume angeordnet.

Der Haupteingang des Palacongressi liegt am östlichen Park und ist charakterisiert durch die signifikante Form der markanten "Conchiglia" (Muschel). Über ihm erhebt sich das halbkreisförmige Amphitheater, das mit seiner prägnanten Form eine Reminiszenz an das antike römische Theater von Rimini darstellt. Der halbrunde Saal mit ansteigendem Gestühl für mehr als 1.600 Personen ist mittig teilbar und mit einer festen Bühne ausgestattet.
Allen Bereichen sind gesonderte Nebenräume, wie Garderoben und Gastronomien, zugeordnet.

Unter dem Haupteingang liegt die Zentralgarderobe, welche über die Rotunde und leicht gewendelte Treppen erschlossen wird. Der Brunnen inmitten der Rotunde und im Zentrum unter dem Amphitheater hat in seiner Mitte "La Perla", Europas größte Steinkugel, die sich auf einem Wasserfilm dreht.

Das Palacongressi di Rimini bezieht sich auf den genius loci - die Farben des nassen und trockenen Adriastrandes, das türkise, blaue und grünliche Wasser der Adria und mit seinem Amphitheater im rimineser Volksmund auf die Seemuschel "Conchiglia", in der eine Perle liegt.

Dieses größte Kongresszentrum Italiens ist nicht nur in seiner Nutzungsflexibilität eine Innovation für Konferenzen mit Ausstellungen, sondern zugleich das städtebauliche Pilotprojekt für ein Kulturzentrum, das auf der anderen Straßenseite mit einem neuen Konzertsaal von Mario Botta ergänzt werden soll.

Aus dem Areal der ehemaligen alten Messe ist eine grüne Mitte geworden, deren See über einen lang gestreckten Park unter der neuen Brücke hindurch mit dem Stadtzentrum verbunden ist.