Deutschland, Köln 

RheinEnergieStadion

get pdf
arrowBildübersichtarrow

Wettbewerb 2001 – 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg mit Marek Nowak, Joachim Rind, Stefan Nixdorf
Projektleitung Entwurf Marek Nowak, Stefan Nixdorf
Mitarbeiter Entwurf Mario Rojas Toledo, Christoph Helbich, Michael König, Benjamin Nordmann
Projektleitung Ausführung Joachim Rind, Stefan Nixdorf
Mitarbeiter Ausführung Björn Füchtenkord, Birgit Helbich, Michael Haase, Andreas Wietheger, Franz Lensing, Silke Flaßnöcker, Stephan Menke, Eva Kierspel, Monika Kaesler, Eyke Meuser, Sebastian Hilke, Robert Hormes, Patrick Jaenke, Jennifer Kielas, Johannes Klein, Sarah Coenes
Statik schlaich bergermann und partner
Haustechnik HL-Technik
Baumanagement Ingenieurbüro Rauch und Wiese i'rw Aktiengesellschaft
Beratung 'Rasen' Planungsbüro Pätzold und Snowadsky
Lichtplanung Philips Licht
Generalunternehmer Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG
Bauherr Kölner Sportstätten GmbH
Bauzeit 2001–2004
Netto-Nutzfläche ca. 17.000 m²
Sitzplätze 46.200

 

 

 

Fotografen:

Heiner Leiska

www.leiska.de

Juergen Schmidt

jürgen_schmidt_fotografie@gmx.de

Das RheinEnergieStadion befindet sich im Sportpark Köln inmitten des äußeren Grüngürtels der Stadt, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtwaldsowie wichtigen Freizeit- und Sporteinrichtungen.

Das Gros der Zuschauer erreicht das Stadion aus Richtung Norden: Der Besucher wird durch ein Spalier von Leuchtstelen axial auf den Stadionneubau geführt, den er als integralen Bestandteil des Sportparks zwischen zwei baumbestandenen Alleen und den vorgelagerten Backstein-Kolonnaden des Professor-Abel-Baus aus den 1920er Jahren erlebt.

Ein Glasdach überdeckt den Zugang zum Verteilerring unterhalb der Tribünen. Von hier hat der Besucher durch das "Stadion- Fenster" an der Stelle des ehemaligen Marathontores bereits einen Gesamtüberblick des Stadioninnenraums. Durch die ebenerdigen Besuchereingänge an den vier Ecken samt Kassen und Zugangskontrollen verteilen sich die Zuschauer über den umlaufenden unteren Umgang auf der Erdgeschossebene. An diesem Umlauf liegen innerhalb des äußeren Stützenrasters sämtliche Vertikalerschließungen als offene, regengeschützte Treppenanlagen.

Jede Nutzungseinheit verfügt über einen eigenen Eingangsbereich in der Tribünenmitte, so dass ein zeitlich unabhängiger Betrieb der einzelnen Einheiten gewährleistet ist. Die Tribünen oberhalb der Logenebene sitzen als eigenständige Ränge zwischen den vier Lichttürmen. Insgesamt haben sie ein Fassungsvermögen von 45.000 Sitzplätzen, überdacht mit stützenfreiem Blick auf das Spielfeld. Die Haupttribüne ist VIP- und Pressebereich mit 52 VIP- Logen über zwei Ebenen und den erforderlichen Presse- und Kommentatorenplätzen. In der Südtribüne befinden sich ein Kongress- und Tagungszentrum mit VIP-Gastronomie und eigener Vorfahrt. Die Obergeschosse sind über witterungsgeschützte Umgänge jeweils mit den benachbarten Stadionseiten verbunden und auf diese Weise koppelbar. Der Spielerbereich auf Ebene -1 unterhalb der Haupttribüne wird über die Garage im Untergeschoss für die Mannschaftsbusse erschlossen.

Die Eindeutigkeit und die klare Linie in der rechtwinkligen Geometrie des Stadionneubaus wird in Grund- und Aufriss durchgehalten und durch die Materialwahl und Konstruktionsweise betont: Leuchtende, 60 m hohe Stahltürme tragen ein leichtes Tribünendach mit einem äußeren Metall- und einem inneren Glasdach, um das Wachstum des Rasens zu gewährleisten. Unter der schwebenden Hängekonstruktion sind die Fertigteiltribünen angeordnet, die von einem offenen Betongerüst getragen werden. Sämtliche Fassaden sind Pfosten-Riegel-Konstruktionen mit Ausnahme der Ebene unterhalb der Logen, die als dienendes Geschoss mit einer überwiegend geschlossenen Metallfassade versehen ist.

Um stützenfreie Tribünen ohne jede Sichtbehinderung für die Zuschauer zu erhalten, sind die Einzeldächer entlang ihrer Mittellinie aufgehängt. Das Aufhängesystem funktioniert wie eine klassische Hängebrücke: Zwei parallele Hängeseile tragen die vertikalen Dachlasten zu den Masten am Dachende. Diese werden nach außen abgespannt. Durch auskreuzende Zugstangen wird die gesamte Dachfläche als eine zusammenhängenden Scheibe ausgebildet. Jedes der vier Einzeldächer ist für sich alleine standsicher und kann beliebig durch weitere Einzeldächer ergänzt werden.

Die Wirtschaftlichkeit des Stadionbetriebes lässt sich durch vermehrte Vermarktungsangebote optimieren. Das Baustein-Prinzip ist Bestandteil einer langfristigen Stadionkonzeption, die den unterschiedlichsten Entwicklungen gerecht wird. Die Ausführung der Baumaßnahmen bei laufendem Betrieb war wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts: Zur Aufrechterhaltung des Betriebes und zur Gewährleistung der geforderten Zuschauerkapazitäten waren vier zeitlich versetzte Bauabschnitte geplant. Nach einer Bauzeit von etwa zwei Jahren steht das umgebaute RheinEnergieStadion mit maximaler Zuschauerkapazität wieder für den Spiel- und Veranstaltungsbetrieb zur Verfügung.