Lettland, Jurmala, Riga 

Tennishalle der Jurmala Residenz

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Entwurf Meinhard von Gerkan
Mitarbeiter Volkmar Sievers, Brigitte Queck
Ausführung Firma Vincents, Riga
Bauherr Familie Krasovicky
Bauzeit 1999–2001
BGF 814 m²

 

Fotografen:

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

 

Weiterführende Links:

Jurmala Residenz
Jurmala Residenz Erweiterung

Jurmala ist das Seebad der lettischen Hauptstadt Riga. Etwa 20 km entfernt vom Stadtkern gelegen erstreckt sich der Ort entlang des Ostseestrandes in einem mit Kiefern bewaldetem Küstenstreifen. Eine Bankiersfamilie beauftragte das Büro gmp Mitte der 90er Jahre mit der Planung für eine umfangreiche Erweiterung der Villa Marta, die neben dem Gästehaus, welches 1999 fertiggestellt wurde, unter anderem auch die Tennishalle umfaßte.

Das Gästehaus und die Tennishalle sind auf das strenge Straßenraster ausgerichtet und fassen die alte Villa ein. Mit der niedrigen Traufhöhe fügt sich der Bau in die Maßstäblichkeit der umgebenden Landhäuser ein.

Die Halle nimmt ebenso wie die anderen Neubauten die Holzbautradition des Ortes auf und tradiert somit diese Konstruktionsart in die heutige Zeit. Die bizarren Seilverspannungen der Tragkonstruktion sowie die Pultdächer der Oberlichter  prägen das Erscheinungsbild des Gebäudes.

In Anlehnung an die Dachformen der umgebenden Bauten hat die Tennishalle geneigte Dachflächen. Die Pult- und Walmdächer sind mit Zinkblech eingedeckt.

Wie das Gästehaus ist auch die Tennishalle als Holzfachwerkkonstruktion konzipiert worden, welche mit einer Holzschalung aus sibirischer Lärche für die Fassade verkleidet wurde.

Die Tragkonstruktion besteht aus Brettschichtstützen, welche über Zugseile mit den Fundamenten rückverankert sind. Auf diesen Kragträgern lagern insgesamt 11 Fachwerkträger auf.

Das Spielfeld ist mit einer Sheddachkonstruktion überspannt, welche das Nordlicht in die Halle hineinleitet. Im Inneren bestimmt die auberginefarbene Wandverkleidung aus beschichteten Holztafeln den Raumeindruck. Die sichtbare Rahmenkonstruktion der Halle aus heller sibirischer Lärche strukturiert den Raum. Die insgesamt 90 Sitzplätze entlang der Längsseiten bieten mit ihrer erhöhten Lage eine optimale Sicht auf das abgesenkte Spielfeld.