Deutschland, Rimbach 

Umbau und Erweiterung Martin-Luther-Schule Rimbach/Odenwald

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Wettbewerb 2009, 1. Preis
Entwurf
Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Veit Lieneweg und Kristian Spencker
Projektleitung
Bernd Gossmann, Christian Klimaschka
Arbeitsgemeinschaft
mit Mettler Landschaftsarchitekten (Wettbewerb)
Mitarbeiter Entwurf
Tobias Mäscher, Iza Kaizer, Adel Motamedi, Sarah Gerg, Elisabeth Heiner, Nadja Meinicke, Antje Pfeiffer, Stephan Both
Mitarbeiter Ausführung
Carla Silva Ferreira, Elisabeth Heiner, Nicole Jahn, Brigitta Kortz
Bauleitung
Katja Poschmann, Uwe Otte, Peter Biermann, Tuba Fil, Dirk Backhaus
Bauherr
Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft Kreis Bergstraße
BGF
10.000 m² (Neubau: 9.100m²; Umbau: 900m²)
Bauzeit
2012-2015
Zertifizierung
DGNB

 

Fotografen:

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Die Martin-Luther-Schule Rimbach ist als sechszügiges Gymnasium mit Schwerpunkt Musik eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen der Odenwaldregion. Für die prognostizierten 1286 Schüler und Schülerinnen der kommenden Jahre stehen nach der Erweiterung sowie funktionalen und räumlichen Neuordnung der bestehenden Schule 48 Klassenräume sowie 19 Fachräume für Naturwissenschaften, Musik und Kunst zur Verfügung. Der Entwurf versteht sich als neuer Kopfbau des um die Kirche organisierten Ensembles der Martin-Luther-Schule. Durch die städtebauliche Setzung der zwei Baukörper entsteht ein gefasster Vorplatz, wodurch ein neuer, repräsentativer Haupteingang der Schule entsteht. Trotzdem bleibt der respektvolle Abstand zur denkmalgeschützten Kirche gewahrt.

Der kompakt organisierte Erweiterungsbau konzentriert sich auf den östlichen Teil des Baugebiets, so dass die zum Landschaftraum der Weschnitz orientierte Südwestseite von Bebauung freigehalten wird. Die Retentionsfläche bleibt damit nicht bebaut und wird als sich zur Landschaft öffnende Pausenfläche genutzt.
Die Schulfunktionen der beiden neuen Gebäudevolumen sind jeweils um ein Atrium- bzw. einen Innenhof organisiert. Der kleinere zweigeschossige Baukörper bildet dabei das Gelenk zwischen dem Bestand und dem Neubau.

Am neuen Haupteingang liegt das als Verteiler und Treffpunkt konzipierte Atrium mit der großzügigen zentralen Erschließungstreppe und dem behindertengerechten Aufzug, der alle Ebenen des Neubaus sowie des Bestandes erreicht. Im 1. Obergeschoss direkt an das Atrium angebunden liegt im Zentrum der Gesamtanlage die Verwaltung. Schulleitung und Lehrerkollegium erhalten hier einen eigenständigen Bereich.

Die Fachbereiche Kunst und Musik sind mit ihren Ausstellungsflächen um das Atrium angeordnet und zur Gartenseite ausgerichtet. Ihre prominente Lage trägt dem musischen Schwerpunkt der Schule Rechnung.

Der größere dreigeschossige Baukörper wird durch den Innenhof (Pausenhof) in zwei Bereiche getrennt. Im nordwestlichen Flügel befinden sich im Erdgeschoss die Fachräume für Musik, im südöstlichen Teil die Mensa mit Bühne und der eigenständig funktionierende Ganztagsbereich mit Cafeteria und Gruppenräumen. Bei Veranstaltungen kann die Cafeteria flexibel als erweitertes Foyer für Empfänge bzw. in Verbindung mit dem Fundus als erweiterte Hinterbühne genutzt werden. Darüber befindet sich die über zwei Geschosse organisierte Sporthalle mit einer lichten Höhe von 6,00 m.

Der dreigeschossige Neubau orientiert sich zu einem Innenhof mit direktem Anschluss an den Landschaftsraum der Weschnitz. Das zentrale Element der Freiflächengestaltung ist der befestigte Schulhof. Er verbindet den Landschaftsraum mit den Hof- und Platzflächen des Erweiterungsbaus. Der Pausenbereich wird im Innenhof mit einer multifunktional nutzbaren Spiellandschaft gegliedert und durch einen Bolzplatz sowie Schulgärten und ein Aussenklassenzimmer ergänzt. Wegeführung, differenzierte Oberflächengestaltung und Bepflanzung markieren die Grenzen des Schulareals.