Deutschland, Berlin 

Upper Eastside, Wohn- und Geschäftshaus, Unter den Linden

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Konkurrierendes Gutachterverfahren 2003 - 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Alexander Buchhofer und Silvia Schneider
Bauherr Münchener Rück, vertreten durch MEAG MUNICH ERGO Asset Management GmbH
Projektleitung Alexander Buchhofer, Silvia Schneider
Mitarbeiter Entwurf Veit Lieneweg, Christiane Putschke, Radek Pilarski (bis April 2006), Iva Perkovic, Margaret Böthig, Kemal Akay, Stefan Both, Sonja Wenzel, Jochen Köhn und Burghard Töpper
Mitarbeiter Ausführung Veit Lieneweg, Christiane Putschke, Iva Perkovic, Renè Wiegand, Ivan Ivanowitsch, Yvonne Schulz, Sonja Wenzel, Anja Menge, Jochen Köhn und Burghard Töpper
Mitarbeiter Bauleitung Detlef Krug, Utz Wendt, Katrin Gleiß, Uwe Otte, Tim Obermann, Meike Brokmann, Jürgen Salow, Stefan Repnow, Ronny Köhler, Peter Biermann 
Bauzeit 2006 - 2010
Arbeitsplätze ca. 1550
LPH 1-9
HNF ca. 38.700 m²
in Kooperation mit:
Kahlfeldt Architekten und Prof. Augusto Romano Burelli
Haus 1, Unter den Linden 14: gmp mit Kahlfeldt Architekten
Haus 2, Unter den Linden 16: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Haus 3, Friedrichstraße 88/89: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Haus 4, Mittelstraße 63: gmp mit Prof. Augusto Romano Burelli
Haus 5, Mittelstraße 63: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

 

Fotografen:

Christian Gahl

www.christiangahl.com

Standort
Der Neubau des Büro-, Wohn- und Geschäftshauses Upper Eastside Berlin an der Kreuzung Friedrichstraße / Unter den Linden vervollständigt eine der wichtigsten Kreuzungen des historischen Berlins zwischen Brandenburger Tor und Forum Fridericianum. Das Areal mit einer Gesamtfläche von rund 6000 m² in Berlin-Mitte ist Teil der Dorotheenstadt zwischen Gendarmenmarkt und Bahnhof Friedrichstraße.

Städtebau
Basierend auf den städtebaulichen Prinzipien der kritischen Rekonstruktion orientiert sich der Neubau am historischen Stadtgrundriss und schließt die Baufluchten der Straßen Unter den Linden, Friedrichstraße und Mittelstraße.
Das Gesamtgebäude besteht aus fünf Einzelhäusern, die sich um zwei Höfe gruppieren. Die Traufe der Neubauten liegt bei ca. 22 m, die Firsthöhe beträgt ca. 30 m. Entlang der Friedrichstraße entsteht eine repräsentative zweigeschossige Kolonnade. Durch differenzierte Gestaltung der Fassaden und Dachkörper sowie variierter Traufhöhen der einzelnen Häuser wird die gewünschte städtebauliche Feinkörnigkeit erreicht und an die historische Parzellenteilung angeknüpft. Um die Identitäten der unterschiedlichen Häuser zu stärken, werden die Fassaden und Etagenlobbys in Kooperation mit weiteren Architekten gestaltet (Haus 1 Unter den Linden: Kahlfeldt Architekten, Haus 4 Mittelstraße: Prof. A.R. Burelli).

Architektur
Die vertikale Gliederung der Häuser nimmt sowohl Bezug auf den historischen Bestand vor seiner Zerstörung als auch auf die bestehenden  Nachbargebäude. Die klassische Zonierung und die starke Plastizität der Fassaden, sowie die grosszügigen Geschosshöhen sind jedoch keine nostalgische Attitüde, sondern in neuer Formulierung eine Referenz an die allgemeinverständliche Fassadensprache traditionsreicher Architektur für diesen besonderen Ort. Die detaillierte Ausgestaltung beachtet die Baugestaltungsverordnung Unter den Linden und formuliert zeitgemäße Architektur mit den Mitteln moderner Technologie.

Als Leitmaterial für alle Fassaden wurde neben römischem Travertin brünierte Baubronze gewählt. Dieser Materialkanon wird in der Gestaltung der Innenbereiche aufgegriffen. Durch die Auswahl verschiedener Travertinsorten in unterschiedlichen Farbnuancen wird eine zusätzliche Differenzierung der Einzelhäuser erreicht, ohne in eine farbige Beliebigkeit zu verfallen. Die ablesbare Gliederung der Fassaden in Sockelzone, Regelgeschosse und Staffelgeschosse spiegelt die unterschiedlichen Nutzungen wieder. Im Erdgeschoss und ersten OG sind hochwertige Ladengeschäfte realisiert. Die Regelgeschosse enthalten flexibel teilbare Büroeinheiten, während die beiden oberen Staffelgeschosse zu exklusiven Stadtwohnungen mit großzügigen Dachterrassen bzw. Wintergärten ausgebaut werden.