China, Tianjin 

Westbahnhof Tianjin

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Wettbewerb 2007 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Stephan Rewolle
Projektleitung Stephan Rewolle, Jiang Lin Lin
Mitarbeiter Entwurf, Phase 1 Iris Belle, Shi Liang, Du Peng, Chunsong Dong
Mitarbeiter Entwurf, Phase 2 Nicolas Pomränke, Jochen Sültrup, Clemens Ahlgrimm, Christian Dorndorf, Bernd Gotthardt, Clemens Kampermann, Kian Lian, Sabine Stage, Cai Wei
Mitarbeiter Entwurf, Phase 3 Sebastian Linack, Thomas Schubert, Zheng Shan Shan
Mitarbeiter Ausführung, Phase 4 Dong Shu Ying, Sebastian Linack, Thomas Schubert, Zheng Shan Shan
Statik schlaich bergermann und partner
Chinesisches Partnerbüro TSDI
Bauherr Tianjin Ministry of Railway
BGF 179.000 m²
Anzahl der Bahnsteige 24
Bauzeit 2009–2011

 

Fotografen:

Christian Gahl

www.christiangahl.com

Der Westbahnhof Tianjin zirka 130 Kilometer südwestlich von Peking dient als Stopp auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der chinesischen Hauptstadt und Shanghai, bündelt die verschiedenen Regionalverkehre und verknüpft diese zusätzlich mit dem U-Bahn-Netz. Seine städtebauliche Funktion in der 12-Millionen-Stadt erfüllt der Bahnhof, indem er ein Geschäftsviertel im Norden mit der Altstadt im Süden über Gleise, einen Fluss und eine Straße verbindet.

Den Brückenschlag zwischen den Stadtteilen symbolisieren die Architekten mit dem 57 Meter hohen und beinahe 400 Meter langen Tonnendach über der Wartehalle. Ihr gebogenes Dach erinnert an ein großmaßstäbliches Stadttor und der langgestreckte Saal darunter an einen klassischen Ort der Passage. Arkadenbauten rahmen als Podien die Ost- und Westseiten der Bogenhalle symmetrisch ein. Im Süden der Halle bildet ein weiträumig angelegter Bahnhofsvorplatz eine große zusammenhängende Freifläche, die der Bedeutung und Dimension dieses Bahnhofs entspricht.

Die Passagiere betreten Tianjins neuen Westbahnhof durch die Haupteingänge auf der Nord- oder Südseite. Bogenförmige Auskragungen über den Eingängen und hohe Fensterfronten vermitteln bereits einen ersten Eindruck der Räumlichkeit, die mit der Konzeption der Wartehalle korrespondiert: Diese wird von Tageslicht durchflutet und bietet den Fahrgästen Orientierung und atmosphärische Qualität. Das Tageslicht gerät durch die rautenförmige Dachkonstruktion aus Stahl und Glas ins Innere der Wartehalle – und während der untere Teil nahezu transparent ist und sehr viel Licht hinein lässt, schützt der obere Bereich vor direkter Sonneneinstrahlung. Das Tonnendach vermittelt einen dynamischen Eindruck, unter anderem weil die Stahlelemente von unten nach oben in Breite und Tiefe differieren und miteinander verwoben sind. Über Rolltreppen und Aufzüge gelangen die Passagiere und Besucher hinunter auf die Bahnsteige. Dieser technisch wie konstruktiv nachhaltige Bahnhof ist gleichermaßen eine zeitgemäße Interpretation der Kathedralen des Verkehrs aus der Blütezeit der Eisenbahn.