Deutschland,  

Wohnen am Philosophenweg

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Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Joachim Zais
Projektleitung Jörn Ortmann, Dominik Reh
Mitarbeiter Mike Berrier, Wolfgang Schmidt, Gabi Wysocki, Klaus Hoyer, Monika Sallowsky, Susan Krause
Statik Ing.-Büro Binnewies
Haustechnik Cosanne Ingenieure
Landschaftsarchitekten Kipar
Brandschutz Paul Corall
Bauphysik Taubert und Ruhe
Bauherr GEBAG, Duisburger gemeinnützige Baugesellschaft AG
BGF Haus A oberirdisch 5.813 m², unterirdisch 2.140 m²
BGF Haus B oberirdisch 3.248 m², unterirdisch 1.379 m²
Haus A + Haus B 12.942
Bauzeit Haus A 2004–2005
Bauzeit Haus B 2007–2008

 

Fotografen:

Juergen Schmidt

jürgen_schmidt_fotografie@gmx.de

Das Projekt liegt im Bereich des ehemaligen Duisburger Industriehafens, der im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher Park zu einem Wohngebiet mit attraktiver Grachtenlandschaft umgewandelt wird. Nach den städtebaulichen Vorgaben des Architekturbüros Sir Norman Foster and Partners bilden die beiden Gebäude den westlichen und südlichen Rand eines in vier Riegel aufgelösten Blockes mit hochwertigen Wohnungen.

Haus A – östlich der Speichergracht – besteht aus vier zweispännigen Bauteilen. Die Erschließung erfolgt über zweiläufige, zur Gracht orientierte Treppenhäuser mit Aufzügen in verglasten Schächten in den Treppenaugen. Haus B – an der Stresemannstraße – besteht aus zwei zweispännigen Bauteilen. Die Fassaden der von Norden nach Süden durchgehenden Treppenhäuser sind ganzflächig verglast und ermöglichen so Durchblicke in beide Richtungen. Ein 5. Geschoss ist als Staffelgeschoss gegenüber den darunter liegenden zurückversetzt. Weit auskragende Flugdächer aus Betonfertigteilen bilden den oberen Abschluss.

Die mäanderförmig gegliederten Fassaden entstehen durch den rhythmischen Wechsel von verglasten und geschlossenen Erkern, die im Osten und Westen Loggien einfassen, welche den Wohnungen vorgelagert sind. In Anlehnung an die industrielle Bausubstanz des Hafens kam eine ziegelrote Terrakottafassade mit Akzenten aus naturgrauem Faserzement zum Einsatz – jedoch nicht als Mauerwerk, sondern als vorgehängte hinterlüftete Fassade.

Die Terrakottaelemente sind an einer Aluminium-Unterkonstruktion befestigt. Die für beide Gebäude verwendeten Fassadenplatten haben eine Länge von 900 bis zu 1.100 Millimetern und eine Höhe von 240 Millimeter. Die Elemente sind zusätzlich alle 12 cm horizontal profiliert. Dadurch wird die horizontale Struktur des mäandrierenden Fassadenbandes noch stärker betont. Sie zitiert damit die horizontale Schichtung traditioneller Ziegelfassaden.

Im Kontrast hierzu wurden am zurückgesetzten Attikageschoss sowie an den
Hof- und Giebelseiten zwischen den mit Terrakotta bekleideten Flächen naturgraue Faserzementtafeln eingesetzt. Die großformatigen, acht Millimeter dicken Tafeln sind auf einer Aluminium-Unterkonstruktion sichtbar befestigt. Sie liegen in einer zu den Terrakottaflächen leicht zurückgesetzten Ebene, wodurch eine Modellierung der Fassade entsteht. Lisenen aus Aluminium verkleiden die entstehende Leibung und pointieren den Materialwechsel.