Deutschland, Hamburg 

Wohnhaus Alvano

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Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze, 1996
Projektleitung Thomas Haupt
Mitarbeiter Gabi Nunnemann, Nicole Loeffler
Tragwerk Ing.-Büro Bartels, Hamburg
Haustechnik, Heizung Fa. Thiel, Boostedt
Bauherr Dr. Wolfgang Alvano, Tuki Gräfin Wrangel
Bauzeit 1999-2000
BGF 400 m²

 

Fotografen:

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

Um dem Wunsch nach stadtnahem Wohnen in attraktiver Lage nachzukommen, weitet sich die städtische Verdichtung Hamburgs auch auf die Vororte aus. Ehemals großzügig angelegte Parkgrundstücke mit solitärer Villenbebauung werden geteilt und zusätzlich bebaut. Das Grundstück für das Haus "Alvano" entstand ebenfalls aus der Teilung eines solchen Parkgrundstücks. Durch die Situierung des Baukörpers an der östlichen Grenze bleibt der Park in seiner Großzügigkeit und Abmessung jedoch so weit wie möglich erhalten ohne durch einen zentral angeordneten Baukörper eingeengt zu werden.

Das Haus "Alvano" nimmt in seiner Konzeption als zweigeschossiger Solitärbau die Proportionen der im Norden angrenzenden Villenbebauung auf, drückt jedoch in seiner puritanischen Gestaltung Zurückhaltung gegenüber dem umgebenden Baum- und Pflanzbestand aus und versucht eine Synthese mit diesem einzugehen. Dies wird ebenfalls durch die Materialien wie weiß verputzte Porotonwände mit Lochfenstern unterschiedlicher Größe als thermisch getrennte Stahlfenster mit beweglichen Sonnenschutzelementen aus Cortenstahl unterstrichen.

Der Besucher gelangt auf einem parallel zur südlichen Grundstücksgrenze angelegten Granitstreifen, der auch gleichzeitig Parkmöglichkeit für 2 PKWs bietet, zu dem Haupteingang des Hauses. Eine zweigeschossige Eingangshalle, die Raum für die private Präsentation von Kunstwerken bietet, verbindet optisch beide Wohnebenen.

Das Erdgeschoss kann durch Schiebeelemente zu einem großzügigen Raum geöffnet werden. Ausnahme bildet das abgeschlossene Gästeappartement mit angrenzendem Hauswirtschaftsbereich.

Das erste Obergeschoss bietet auf Grund ähnlich geschnittener Räume, die untereinander verbunden sind, größte Flexibilität. Der alle Räume verbindende Flur erhält über ein Glasoberlicht Tageslicht und kann entsprechend vielseitig genutzt werden.

Die den Innenausbau prägenden Materialien – Duralit-Bodenbelag (Industrieboden), Marmor in den Bädern, verputzte Wände, Stahlfenster, Stahlgeländer sowie lasierte Sichtbetondecken – unterstreichen ebenfalls den Anspruch an Reduktion und Einfachheit.

Die Ost-, Süd- und Nordfassaden sind als Lochfassaden konzipiert, im Gegensatz zur Westfassade, die sich komplett zum Garten öffnet. Verschiebbare Sonnenschutzelemente, die abhängig von Sonnenstand und Jahreszeit immer wieder unterschiedlich angeordnet werden können, verleihen dem Haus seine Identität: das Leben im Innern außen ablesbar zu machen.

Haus Alvano, das für ein Ehepaar mit zwei Kindern konzipiert wurde, ergänzt seine Umgebung in zurückhaltender Art ohne seine Nachbarschaft durch ornamenthafte Eitelkeiten beherrschen zu wollen.