Deutschland, Hamburg 

Wohnhaus an der Elbchaussee

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Entwurf Meinhard von Gerkan, 2002
Projektleitung Volkmar Sievers
Mitarbeiter Ulrich Rösler, Michèle Watenphul, Andrea Moritz, Urs Wedekind, Jared Steinmann, Mathias Salbeck, Simone Nentwig
Statik Helmut Wiemer                        
Haustechnik Econ
Lichtplanung Schlotfeldt Licht    
Landschaftsplanung Sven Andresen
BGF 1.600 m²
Bauzeit 2007–2009

 

Fotografen:

Heiner Leiska

www.leiska.de

Die Elbchaussee gehört zu Hamburg schönsten Straßen und ist die erste Adresse im Hamburger Westen. Von Altona beginnend führt die Straße entlang der Elbe in die Elbvororte bis nach Blankenese. Auf weiten, parkartigen Grundstücken reihen sich prächtige Villen beidseitig der Elbchaussee aneinander. In diesem Umfeld befindet sich das Grundstück in dem Stadtteil Othmarschen – es liegt auf der südlichen Straßenseite, der Elbe direkt zugewandt, mit Blick auf den Hafen. Prägend ist die Hanglage, deren Neigung sich in Richtung Süden verstärkt.

Das neue Wohngebäude ist an der Stelle der ehemaligen "Schillerburg" errichtet worden. Der viergeschossige Altbau aus dem vergangenen Jahrhundert war baufällig und musste daher abgerissen werden. Das Haus nimmt in seiner Form die Proportionen der benachbarten Villenbebauung auf. Die Struktur der Grundrisse basiert auf der Überlagerung zweier orthogonaler Raster mit geschwungenen Formen.

Die Außenkanten nehmen sowohl die Richtungen der Elbchaussee als auch des Flusses auf. Nach Norden zur Elbchaussee ist die Villa weitestgehend geschlossen. Lediglich die gläserne Mittelachse gibt den Blick von der Straße durch das Atrium auf die Elbe frei. Nach Süden öffnet sich das Gebäude mit seinen großen Fenstern und weit ausladenden Balkonen. Hier wirken die Fassaden mit geschwungenen Formen kontrastierend zu den rechtwinkligen Fronten der übrigen Seiten. Die Fassaden sind mit großformatigen weißen Metalltafeln verkleidet. Horizontale Metallprofile gliedern die Geschosse und markieren die Deckenplatten. Sämtliche Fenster sind raumhoch geplant.

Ein Atrium bildet das grüne Zentrum der Villa, sämtliche Räume sind hierum organisiert. Eine Wendeltreppe aus Stahl mit einem zentralen kreisrunden Glasaufzug in dem Luftraum verbindet die vier Geschosse untereinander.

Das Wohnhaus ist für eine fünfköpfige Familie geplant. Während die drei Kinder in jeweils eigenen Einliegerwohnungen im Hang- bzw. Erdgeschoss wohnen, erstreckt sich der Elterntrakt über alle vier Ebenen. Die Wohnungen der Kinder werden über separate Eingänge in den jeweiligen Geschossen erschlossen, dagegen wird der Elterntrakt über eine filigrane Stahlbrücke, welche den Höhenversprung entlang der Stützwand des Hanges überspannt, betreten. Das Gebäude verfügt über zwei Vollgeschosse. Im Untergeschoss befindet sich unter ein Schwimmbad und eine Einliegerwohnung. Das Dachgeschoss ist als Staffelgeschoss mit unlaufender Dachterrasse ausgebildet. Zwei Garagen, von denen eine in den Hang integriert wurde, nehmen insgesamt 8 Stellplätze für Autos auf.