24/09/2019: Meinhard von Gerkan erhält Liang-Sicheng-Preis 2019

Chinesischer Architekturpreis ehrt Lebenswerk des gmp-Gründungspartners

Vita Meinhard von Gerkan
Prof. Dr. h. c. mult. Dipl.-Ing. Architekt BDA
geboren 1935 in Riga, Lettland. Gemeinsam mit Volkwin Marg gründete von Gerkan 1965 gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Schon am Beginn seiner Karriere stand mit dem Flughafen Berlin-Tegel ein bedeutendes Projekt, dem bis heute zahlreiche weitere folgten, darunter der Hauptbahnhof Berlin, das Hanoi Museum oder aktuell der Kulturpalast Dresden. 1974 wurde von Gerkan von der Technischen Universität (TU) Braunschweig auf den Lehrstuhl für Entwerfen berufen, 2005 erhielt er die Ehrendoktorwürde durch die Chung Yuan Christian University in Chung Li (Taiwan). Das East China Normal University College of Design in Shanghai verlieh von Gerkan 2007 eine Ehrenprofessur, 2014 ernannte ihn die Tongji University in Shanghai zum Advising Professor. Von Gerkan ist Mitbegründer der gmp-Stiftung und der aac (Academy for Architectural Culture) zur Förderung junger Architekten. Er ist Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Fritz-Schumacher-Preis, den Rumänischen Staatspreis, den Großen Preis des Bundes Deutscher Architekten und das Bundesverdienstkreuz. 2015 ist seine zweibändige Biografie im Jovis Verlag erschienen.

Meinhard von Gerkan wird am 24. September 2019 in Peking mit dem Liang-Sicheng-Preis geehrt – der höchsten Auszeichnung für Architekten in China. Die Nachricht über seine Preisträgerschaft fällt mit dem 20-jährigen Jubiläum der Bautätigkeit von gmp in China zusammen.

Meinhard von Gerkan wird mit dem Liang-Sicheng-Preis geehrt – der höchsten Auszeichnung für Architekten in China. Der Preis wird alle zwei Jahre durch die Architectural Society of China (ASC) vergeben und durch die Union Internationale des Architectes (UIA) gefördert. Er soll die Kreativität von Architekten und Architekturwissenschaftlern anregen und architektonisches Schaffen sowie Lehre und Forschung in diesem Feld fördern. Benannt ist die Auszeichnung nach Liang Sicheng, einem der bedeutendsten chinesischen Architekten, Architekturhistoriker und Architekturpädagogen, der sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter anderem um den Erhalt historischer chinesischer Architektur verdient gemacht hatte. Die Princeton-Universität verlieh ihm 1947 für sein Wirken die Ehrendoktorwürde. Liang, der in Harvard und an der University of Pennsylvania studiert hatte, setzte sich stets für den kulturellen Austausch zwischen chinesischen und internationalen Architekten ein.

Den kulturellen Austausch hat auch Meinhard von Gerkan befördert, seit er vor zwanzig Jahren den Wettbewerb um die Deutsche Schule in Peking gewann und seine Bautätigkeit im Land aufnahm. Inzwischen sind unter seiner Federführung über hundert Projekte in China verwirklicht worden, die in den letzten beiden Dekaden die Architektur des Landes stark beeinflusst haben. Ohne von Gerkans tiefe Verbundenheit mit China, die sich in über achtzig Besuchen manifestiert, wäre dies unmöglich gewesen. Für ihn stand stets die dialogische Auseinandersetzung mit der lokalen Kultur und deren Transformation in eine zeitgenössische Bauweise im Vordergrund – ob es sich um den Bau der Stadt Lingang, das Chinesische Nationalmuseum oder die Christliche Kirche in Peking handelte.

Von Gerkan zum Liang-Sicheng-Preis: „Es ist mir eine besondere Ehre, diese höchste Auszeichnung für Architektur in China zu erhalten. Dass mich die Nachricht darüber pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum unserer Bautätigkeit in China erreicht, freut mich umso mehr. Ich bin dem Land stark verbunden. Seit meinem ersten Besuch im Jahre 1998 beeindruckt mich die Dynamik, die Schnelligkeit und in einem gewissen Sinne die Offenheit gegenüber Neuem. Diese Begierigkeit, neue Dinge zu wagen und zu realisieren – und das verbunden mit überaus schnellen Entscheidungsprozessen – hat unsere Arbeit in China stets beflügelt.“

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