Shop-Fassade in Shanghai

 

Ende 2018 eröffnete der Flagshipstore des Modelabels ICICLE in Shanghai. Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) erhielten den Auftrag für die Gestaltung der zweigeschossigen Shop-Fassade. Ein Vorhang aus 800 Porzellanröhren aus traditoneller chinesischer Fertigung bildet das wichtigste Gestaltungselement.

Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Magdalene Weiss
Projektleitung Ausführung Fanny Hoffmann-Loss
Mitarbeiter Ausführung Ralf Donner, Qian Lie, Yang Chuhao
Projektmanagement Shen Huiwen
Bauherr ICICLE Fashion Group
Fachplaner DS Plan
Fassadenbaufirma Gartner Permasteeliza
Fertigstellung 10.2018
Fassadenfläche 140 m2
Lichtplanung iGuzzini

Ausstellungsdaten zum Jubiläum „20 Jahre gmp in China“

„architecture x fashion, gmp x ICICLE, a dialog“
Laufzeit der Ausstellung 29.06.–12.07.2019
Vernissage Freitag, 28.06.2019
Veranstaltungsort Barlach Halle K, Klosterwall 13, Hamburg
Öffnungszeiten voraussichtlich Mo–Fr, 11–19 Uhr, Angebot für Führungen

Ende 2018 eröffnete der Flagshipstore des Modelabels ICICLE in Shanghai. Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) erhielten den Auftrag für die Gestaltung der zweigeschossigen Shop-Fassade. Ein Vorhang aus 800 Porzellanröhren aus traditoneller chinesischer Fertigung bildet das wichtigste Gestaltungselement.

 

Die Ladenfläche des Flagshipstores von ICICLE, für den gmp im Jahr 2018 die Shop-Fassade gestaltete, befin- det sich im Shopping-Center Shimao an der Nanjing East Road – eine bevorzugte Lage in Shanghai vor allem für internationale Marken und Luxuslabels. Das Geschäft hat eine Gesamtfläche von 600 Quadratmetern, die sich auf zwei Geschosse verteilen. Im Obergeschoss befindet sich der ICICLE Space: Hier werden neben Damen- und Herrenmode auch italienische Möbel und japanische Keramiken verkauft. Außerdem sind ein Café und eine Buchhandlung integriert. Das Interior Design besteht hauptsächlich aus Holz und anderen Naturmaterialien – passend zur ICICLE-Unternehmens-Philosophie „Made in Earth“.

Besonderes Kennzeichen der Shop-Fassade ist ihr klarer Aufbau. Rahmen und Struktur sind so reduziert wie möglich und können, ähnlich wie die Mode von ICICLE, als Understatement verstanden werden. Das Gesamt- konzept für die Shop-Fassade legt den Schwerpunkt auf Reduktion, Transparenz und Einheitlichkeit der Mate- rialien. Über dem Eingangsbereich ist ein Vorhang aus 800 handgefertigten weißen Porzellanröhren bis zum oberen Geschoss aufgespannt. Mit der Keramik wählen die Architekten ein natürliches Material als Haupt- akteur, das einen Kontrast zu den dunkelgrauen Metallprofilen der Schaufensterfront bildet. Der Vorhang ist durchlässig und ermöglicht Blickbeziehungen zwischen dem ICICLE Space und der Stadt. Die Porzellanröhren stammen von der chinesischen Keramik-Manufaktur Spin. Sie werden in Jingdezhen, seit der Ming-Dynastie das Zentrum der chinesischen Porzellanherstellung, nach traditioneller Technik handgefertigt. Sie bestehen aus reinweißem Porzellan mit matt glänzender Glasur, die von Hand appliziert wurde. Leichte Unregelmäßig- keiten in der Form der Röhren wie in der Lasur betonen die handwerklichen Besonderheiten dieses Fassaden- elements. Mittig über dem Eingangsbereich ist das schwarz gefärbte ICICLE-Logo platziert.

Die Fassade wird von einer Stahlkonstruktion gehalten, die selbsttragend vor den bestehenden Rohbau gestellt ist. Die anthrazitgraue Metallverkleidung des Rahmens verdeckt die dahinterliegende Tragkonstruk- tion, sodass das Schaufenster selbst in voller Fläche verglast werden konnte. Die sechs dreifach laminierten Glasscheiben haben bei 50 Millimetern Dicke eine Höhe von je 5,40 Meter und nehmen Lasten aus dem Stahl- rahmen und der Stahlseilhängung auf.

gmp und ICICLE verbindet schon länger eine außergewöhnliche Kooperation. Eine Kollektion des Shang- haier Modeunternehmens aus der Saison 2017/2018 ist inspiriert von der Architektur von gmp. Aus dieser Zusammenarbeit ging die gemeinsame Ausstellung „architecture x fashion, gmp x ICICLE, a dialog“ hervor, die anlässlich des Jubiläums „20 Jahre gmp in China“ nach Deutschland kommt und im Rahmen des Hamburger Architektursommers ab dem 29. Juni 2019 erstmalig in der Barlach Halle K zu sehen ist.

 

 

< Lückenschluss am Nikolaifleet